Von der digitalen Identität aus poetologischer Sicht

Donnerstag, 12. April 2018 7:33 | Autor:

Ist der Lebens-Bug in die Liebe drin?
Clean Install zu Deiner Seele Wahrung
updatet auch den Lebenssinn,
doch backuppe vorher die Erfahrung!

Ist die Timeline schief und krumm,
Dir sogar die eigene Homepage fremd,
dann tippe schnell und sei nicht dumm:
Ohne Cloud ist auch das Letzte Hemd!

Denn Gott, der tut ja alles walten,
retweetet höchstselbst den Horror,
selbst die Rechtschreibprüfung ist enthalten:
Ähm, wie schreibt sich ‚Sodann und Tomorror‘?

Endlichkeit suggeriert der Serifenfont,
der Diode glimmt nur dann und wann,
eine Server verglüht still am Horizont,
und dis Smartphone zeigt son Testbild an!

Vom Analogen bleibt die Reminiszenz,
die Biologie doch schöpft ab den Rahm.
Gehirn: Maschinenraum der Intelligenz.
Leben: echt schön, aber zu langsam…

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Über persönliche Neuanfänge aus poetologischer Sicht

Donnerstag, 8. März 2018 23:25 | Autor:

Wie war das noch gestern?
Wer roch noch so gestern?
Die Antwort weißt nur Du,
… weißt nur Du!

Ist das noch derselbe Flur, durch den ich schon seit vielen Jahren geh‘?
Ist das noch dieselbe Küche, die ich im Glanz der Gläser glitzern seh‘?
Bist Du wirklich knisternd blau, ist es wirklich keine Phantasie?
Mir erscheint die ganze Welt verrückt, denn ich bin glücklich wie noch nie!

Ein neuer Müllsack ist wie ein neues Leben!
Nananananana!
Was da mal drin war, ist vorbei, und vergessen, und zählt nicht mehr!
Ei-hein neuer Müllsack ist wie ein neues Leben!
Nananananana!
Mir ist als ob ich durch Dich neu geboren wär‘!

Heute fängt ein neues Leben an!
Deine Leere, die ist Schuld daran!
Alles ist so wunderbar,
dass man es kaum verstehen kann!

Als der Alte mich verließ, dachte ich, das kann doch gar nicht sein!
Und ich dachte mir, der stinkt so sehr, ich bleib‘ für alle Zeit allein!
Dann kamst Du, der miese Muff war vorüber, und eh‘ ich mich versah,
schon nach dem ersten Wurf in Dich war eine neue Liebe da!

Ein neuer Müllsack ist wie ein neues Leben!
Nananananana!
Was einmal war ist vorbei, und vergessen, und zählt nicht mehr!
Ein frischer Müllsack ist wie ein neues Leben!
Nananananana!
Mir ist, als ob ich durch Dich neu geboren wär‘!

Heute fängt ein neues Leben an!
Deine Leere, die ist Schuld daran!
Du bist jetzt so frisch und leer,
dass man es kaum verstehen kann!

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Von der persönlichen Ansprache aus poetologischer Sicht

Dienstag, 6. März 2018 8:21 | Autor:

Ich manipuliere Dich eine Weile,
Dein Bewusstsein gehört jetzt mir,
und zwar exakt von der ersten Zeile
bis genau jetzt hier!

Ist’s vorbei mit dem neuronalen Krach,
die Aufmerksamkeit langsam schwindet,
denkst Du ganz traurig darüber nach,
wie Ödnis Dich an Dein Schicksal bindet.

Nun macht sich Verzweiflung breit,
verloren, betrogen, gegendert:
Die Zukunft ist Deine Vergangenheit,
die sich niemals ändert!

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Vom Frühling aus poetologischer Sicht

Sonntag, 18. Februar 2018 18:59 | Autor:

Über allen Zipfeln
Ist Ruh‘,
In allen Nippeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Schweigenden vögeln im Walde.
Warte nur! Balde
Muhest du auch.

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Das Leben, über die Schulter betrachtet…

Donnerstag, 25. Januar 2018 13:16 | Autor:

Was heißt Deutschsein? Deutschsein heißt, empört die Feuerwehr anzurufen, weil der örtliche Vulkan ausgebrochen ist. Anschließend wählt man eine Protestpartei, weil die Müllabfuhr die meterhohe Lava nach zwei Wochen immer noch nicht entfernt hat. Schließlich storniert man noch die Urlaubsreise, weil man keinen Bock hat, durch diese verdreckte Luft zu fliegen.

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Das Leben, über die Schulter betrachtet…

Montag, 1. Januar 2018 10:57 | Autor:

Ein frohes und gesundes Jahr 2018 allen Lesern!

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Das Hurzige aus poetologischer Sicht

Mittwoch, 29. November 2017 16:10 | Autor:

Da versucht jemand Aufmerksamkeit zu schinden,
fragend, wie die Situation denn hieße,
in der wir uns gerade befinden:
Der Wolf? … Das Lamm? … Auf der grünen Wiese?

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Das Leben, über die Schulter betrachtet…

Samstag, 25. November 2017 12:05 | Autor:

Deutsche Emporkömmlinge beim kollektiven Bournout zu beobachten, ohne Demokratie und Wirtschaft zu gefährden, ist eine der wesentlichen, intellektuellen Aufgaben der Gegenwart. Wo eine Templiner Hausfrau und ein kleinstädtischer Buchhändler, von einem Körnerfresser und einem Effizienzhansel auf dem Rücksitz gegängelt, auf Sicht fahren wollen, muss die Bundesstraße besonders gut ausgeleuchtet werden.

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Vom Einzelkämpfer aus poetologischer Sicht

Donnerstag, 23. November 2017 12:33 | Autor:

Ein Humanist, Mahner und Schlichter,
seine Weisheit steht in keiner Kartei,
und so warten alle auf den Dichter,
den neuen Bundeskanzler ohne Partei.

Moral und Anstand sind nicht dasselbe!
Den Blauen fehlt es noch an Reife,
doch Schwarze, Rote, Grüne, Gelbe
raucht er zum Frühstück in der Pfeife.

Mit Angie geht er manchmal shoppen,
die Wirtschaft setzt komplett er unter Strom,
mit Donald fachsimpelt er vom Poppen
auf der Audienz beim Papst in Rom.

Die Armut gibt dem Reichtum Klinke,
die Umwelt entkeimt er per Dekret,
Frauenrechte haben dann auch Linke,
er zeigt den Drogen, dass es ohne geht.

Die Schönheit wird zum Bürgerpflichter,
er fördert Jugend wie die Kuns,
und schon die Menge jauchzt dem Dichter:
Wann endlich nun erscheinst Du uns?

Nie! Denn unter diesem Teamgeschleime
tut sich sein Charakter winden,
doch wahrhaft Geniales wie diese Reime
kann kein Kollektiv erfinden.

Imitation als Lernakt bleibt niemand erspart,
für’s Krähaartiefsein ist’s dann meist zu spät:
Denn die wahrhaft’ge Krise der Gegenwart
heißt Pseudointellektualität.

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Über sexuelle Belästigung aus poetologischer Sicht

Dienstag, 14. November 2017 20:25 | Autor:

Tut Ihr auch weiter Männer morden,
Euer Leben wird saurer und grauer,
denn, wo der Penis lustlos geworden,
dort trägt auch die Muschi Trauer.

Ihr brecht keinen Zacken aus der Krone,
macht es Euch nur selbst zu schwer:
Praktisch geht nun mal es nicht ohne
Führerschein im Sexualverkehr.

Hohler Ehrgeiz lässt Euch so raffen,
Identität heißt Euer tiefer Graben,
doch wir wurden so von Gott erschaffen,
um uns aneinander zu laben.

Wie will man lebend dominieren,
wenn der Orgasmus ist brühwarm?
Falschheit zeigt ihre Schlieren:
Wie man sich bettet, so lügt man.

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