Das Auto aus poetologischer Sicht

Das Auto ist ein Wunderding,
es bringt dich von B nach A.
Blöderweise fährst du auch,
wenn du gar nichts wolltest da.

Da du nun einmal dort bist,
zerbrichst du fast am Glück.
Auch wenn’s völlig sinnlos ist,
fährst einfach du zurück.

Jetzt bist du völlig kirre,
bist in B statt A.
Noch einmal gibst du Gas wie irre,
der Tank ist leer, na ja…

P.S. Das Gedicht leidet an einer fast gewaltsamen Popularität und hat keinerlei gesellschaftliche Aussage. Ein Hybridantrieb würde etwas Spannung in die Geschichte bringen, der aber aus dramaturgischer Sicht Unsinn ist. Die Zeilen sind daher, verstärkt durch ihren konservativen Charakter, für den Klassenkampf völlig ungeeignet. Das Gedicht geht in Wirklichkeit natürlich weiter, doch im Grunde genommen wird klar, worauf es hinausläuft: Diese Hin- und Herfahrerei für jeden gestandenen Autofahrer ebenso sinnlos wie uninteressant. Außerdem ist es eine echte Zumutung für jeden Poeten, ernsthaft ein Wort zu finden, welches sich exakt auf ADAC reimt. Von Polizeistreife ganz zu schweigen…

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Datum: Dienstag, 29. Juni 2010 14:30
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