Beiträge vom August, 2010

Die Seelenkalkulation aus poetologischer Sicht

Dienstag, 31. August 2010 18:03

Des Menschen Seele hat einen Tick
in der finster kapitalisierten Welt,
Bruttogefühle versus Nettoromantik,
seine Bilanzen jeder selber stellt!

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Die Leiden des jungen Intellektuellen aus poetologischer Sicht

Dienstag, 31. August 2010 0:05

In meiner Jugend gab es Zeiten,
da hab an Punkrock mich erfreut,
doch wenn Hände über Körper gleiten,
lauscht man besser dann ‚Pink Floyd‘.

Der Sex wilder werden sollte,
probierten wir ‚Police‘,
ich endlich Free-Jazz hören wollte,
man mich aus dem Bette stieß!

Die Chose dann so weiterlief,
mal Disco, mal sollt’s Klassik sein,
heute sind wir endlich kreativ
und hören uns nur selber schrein.

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Die öffentliche Erregung aus poetologischer Sicht

Montag, 30. August 2010 18:56

Wenn man sich um Wahrheit zofft,
und die Regierung ist bequem,
die Revolution kommt unverhofft,
wenn der Staat ist das Problem.

*

P.S. Eine künstlerische Meinungsäußerung gem. Art. 5 GG.

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Das traute Heim aus poetologischer Sicht

Sonntag, 29. August 2010 21:23

Wenn der Tourismus wieder treibt
Menschen auf Straßen und Pisten,
ja, alles nur noch nach Stille schreit,
lieb‘ ich Zuhausebleibisten.

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Der herbstliche Geisteszustand aus poetologischer Sicht

Sonntag, 29. August 2010 18:49

Der Herbst macht einen echt belämmert!
Die Gedanken sind zwar angeschirrt,
doch man hin – so vor sich dämmert,
bevor es dann ganz dunkel wird.

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Die Götterdämmerung aus poetologischer Sicht

Sonntag, 29. August 2010 11:29

Nicht eine Frau ist das Problem,
nicht das Regierungsgewerkel.
Für Visionen muss man sich schon eher schäm,
das Horoskop heißt Angela Merkel.

Für eine drogenfreie Jugend
dankt man dem Osten auf Knien.
Nachteilig sind, man gesteht es blutend,
die naiven Erlöserphantasien.

*

P.S. Eine küstlerische Meinungsäußerung gem. Art. 5 GG.

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Der Kleinbürger aus poetologischer Sicht

Sonntag, 29. August 2010 11:16

Sich blöd zu stellen ist keine Qual,
da schnalzt die Zunge eines jeden Kenners.
Ja, das neue Gesellschaftsideal
ist der sozial etablierte Penner!

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Der Volksempfänger aus poetologischer Sicht

Sonntag, 29. August 2010 10:26

Wozu Gebühren, wozu die GEZ,
wozu der ganze logistische Aufwand,
wenn die gemeine Sendung vom Set
ein Propagandafilm ist fürs Ausland?

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Der Konkurrenzkampf aus poetologischer Sicht

Samstag, 28. August 2010 4:19

Wie war dein Tag, Schatz? Gut?
Wo ist die Waffe, die wir verscharrten?
Warum ist auf deinem Hemd denn Blut?
Und was zum Teufel wollen die Polizisten im Garten?

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Das Verhängnis aus poetologischer Sicht

Freitag, 27. August 2010 12:18

Bakterien drangen ein, obschon
durch einen Haarspalt in der Flasche Riss,
das ist die medizinische Cover-Version
der unbefleckten Empfängnis!

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Der Gelegenheitssäufer aus poetologischer Sicht

Freitag, 27. August 2010 9:41

Verzweifelt nach Harmonie ich winke,
fremde Seelen machen mich benommen,
dann trinke ich und trinke,
und werde trotzdem nicht für voll genommen!

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Vergleichende Literaturwissenschaft: Friedrich Hölderlin

Donnerstag, 26. August 2010 17:40

Original: Friedrich Hölderlin – Hälfte des Lebens (1805)

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Kritik: Mit Friedrich Hölderlin muss man etwas vorsichtiger sein. Dieser poetische Text stellt wahrscheinlich nur einen Bruchteil seines tatsächlichen Leidens einer an Liebe unerfüllten Seele dar; oder so etwas in der Art… Der Protagonist ist jedenfalls ein aufrichtiger Träumer, der dennoch Freude am Ziehen einer Halblebensbilanz hat! Die Abrechnung fällt dann allerdings trostlos und melancholisch aus, daraus ergibt sich die Spannung einer Satire. Dieses Gedicht hat eindeutig einen anderen Rhythmus als seine Botschaft, so dass ein Musikkenner es vermutlich ‚undergrooved‘ nennen würde.

Plagiat: my himself – Nachspielzeit erleben (2010)

Mit weißen Bällen hänget
Und blutgrätschend mit bösen Fouls
Das Spiel in den Rasen
Ihr holden Stürmer,
Und trunken von Bogenlampen
Tunkt ihr das Haupt
Ins kopfballnehmende Netz.

Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Rückstand ist, die Tore, und wo
Den Jubelschrein,
Und den Pokal der Spiele?
Die Mauer steht
Ängstlich und starr, an der Ecke
winken die Fahnen.

Kritik: Hölderlin ist eindeutig einer der deutschesten Dichter, die wir haben, und da muss es eben Fußball sein. Und mit der Geschwindigkeit des Spiels ist auch sofort der Groove da, den wir im Original vermissten. Die Seelenqualen des Spielers wirken authentisch, die Zeit verrinnt torlos für unseren Protagonisten und selbst die Eckfahnen bekommen ihre poetische Bedeutung. Vielleicht wird er das Spiel wie seine Halblebensbilanz verlieren, aber er hat wenigstens gekämpft. Zweihundert Jahre Menschheitsentwicklung waren nicht umsonst!

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