Beiträge vom April, 2016

Über die Berufsethik aus poetologischer Sicht

Donnerstag, 28. April 2016 20:34

Was nützt das schönste Wortkonstrukt,
geschnitzt aus feinsten Silben,
wenn letztlich wirkt der Sinn geduckt,
und tut die Reinheit gilben?

Was hülfet aller klügster Reim,
wenn die Botschaft wird verwaschen?
Zum Beispiel: Am Arzt, statt beim!
Oder Schlaffis statt der Laschen!

Die Poeten sind humane Streiter,
per versen auch durchaus die Reste:
Ein Wortgott als eklektischer Reiter!
Ja! Unser Dichter ist der Beste!

Der Welt stellt sich mit großer List,
öffnet Geist das Tor und Türen,
und das Allerbeste ist:
Er kennt keine Starallüren!

Thema: Poetologische Sicht | Kommentare (0) | Autor:

Vom Teilzeithedonismus aus poetologischer Sicht

Dienstag, 26. April 2016 13:51

Lässt Du Dich zu sehr beglucken,
hast Du Speichelüberproduktion,
dann kannst zwar gut spucken,
doch heraus kriegst keinen Ton!

Sabber!

Bist aber Du zu viel allein,
spürst Du sämtlichst Schmerzen,
Ja! doch kannst Dir sicher sein,
sie kommen ja von Herzen!

Och, … nöh!

Wie Du dieser Welt entschwebst?
Na, alles dreht sich nur um’s Ich,
doch da Du in der Zone lebst,
wirkt es schon ganz ordentlich!

Thema: Poetologische Sicht | Kommentare (0) | Autor:

Vom Unvermeidlichen aus poetologischer Sicht

Sonntag, 24. April 2016 15:03

Für den Tod wollten sie wohl werben,
doch Lebende fühlen den Wahnsinn:
Es gibt nicht nur ein großes Promisterben,
auch Normalos scheiden einfach hin!

Das Leben da nicht ewig währet,
ist im Volksmund wohl bekannt,
doch ob’s Schicksal hühnert oder bäret,
ist verschieden jedem Land.

Schon Geburt hat diesen Eigensinn,
die Katastrophe steht man nur versiert,
einsam Ableben ist nicht mehr drin:
Auch der Tod ist globalisiert!

Die Tage davor sind meist nicht schick,
man kraucht planetarisch auf allen Vieren,
und erkennt im letzten Augenblick:
Selbst Gott tut sanktionieren!

Thema: Poetologische Sicht | Kommentare (0) | Autor:

Über historische Statements aus poetologischer Sicht

Mittwoch, 20. April 2016 15:04

Unaufhaltsam sinkt das Weltniveau,
selten war die Hoffnung so fern,
und dann von wegen post und so…
Die Moderne war gar nicht modern!

Wie soll man da was Kluges schreiben?
Wo die Welt ist einfach doof?
Würd‘ ich meinen Schwanz beweiben,
wär’s nicht Klugheit, sondern Schwof!

Warum Idioten müssen uns regieren,
warum nicht die Dichter Eures Lichts,
nur, weil deren Eltern schrien:
Aus Dir wird sowieso nichts?

Wie wunderbar, was die Berufe wagen:
Wer baut, wie man heilt, wo näht!
Doch am Schönsten wär’s, wenn Kinder sagen:
Wenn ich groß bin, werd‘ ich Poet!

Doppelreimige Vierzeiler,
nur sie verlangen höchste Strenge!
Weil, versinkt Wortwahl weit im Weiler,
treibt die Semantik sie in Enge!

Ja! Diese Zukunft wär‘ es wert,
das Leben würde wieder schöner,
die große Freiheit ist ja nicht verkehrt:
Boulette, Burger oder Döner!

Thema: Poetologische Sicht | Kommentare (0) | Autor:

Das Leben, über die Schulter betrachtet…

Freitag, 15. April 2016 7:42

house-of-cards

***

Es ist wirklich schade, dass das NETFLIX-Politdrama ‚House of  Cards‘ nach der zweiten Staffel zu einem billigen Ehedrama verkommt, und damit auf das Niveau einer öffentlich-rechtlichen Krankenhausserie sinkt. In der vierten Folge der vierten Staffel lässt ‚Er‘ (gespielt von Francis Underwood) sich sogar von einem ehemaligen Reporter (gespielt von Lucas Goodwin) attentaten, um die Zuneigung seiner verhärmten, kinderlosen Ehefrau (gespielt von Claris Underwood) zurück zu gewinnen. Zwar haben aus Liebe noch ganz andere Leute schon sehr viel dümmere Dinge getan, doch für diese Selbstzerfleischungsorgie muss man nun wirklich nicht zwingend den Beruf eines amerikanischen Präsidenten oder einer First Lady ausüben! Das sollte auch zum Grundwissen von TTIP-Drehbuchautoren gehören…

Thema: Das Leben, über die Schulter betrachtet... | Kommentare (0) | Autor:

Das Leben, über die Schulter betrachtet…

Dienstag, 12. April 2016 8:20

info_trash_klein

Auch die Informationsgesellschaft kennt ihre Sondermülldeponie.

Bildquelle: Autor, Oranienstraße, Berlin-Kreuzberg

Thema: Das Leben, über die Schulter betrachtet... | Kommentare (0) | Autor:

Der Aphorismus als stark gekürzter Gegenwartsroman

Sonntag, 10. April 2016 12:36

Aus europäisch-emanzipatorischer Sicht ist an Jan Böhmermanns Schmähgedicht problematisch und charakterlos eben dieses konsequente Leugnen der legitimen Liebes- und Zärtlichkeitsbedürfnisse der Ziege; sie verkommt in den ebenso poetischen wie kraftvollen Zeilen kommentarlos und bewusst verletzend zum passiven Lustobjekt fremder Begehrlichkeiten.

Thema: Aphorismen | Kommentare (0) | Autor:

Über Selbstmotivation aus poetologischer Sicht

Freitag, 8. April 2016 10:58

Dichter, angesichts der vollen Gläser:
Was ist Dein Informationsauftrag?
Er begleitet seine Leser
von die Wiege bis zum Sarg.

Das riecht nach Blutwurst und nach Kuhdung:
Welche Botschaft kannst Du vermitteln?
Der Mensch ist eine Zumuhtung,
und daher dauernd zu bekritteln.

Zum Hassen geht ein Mensch ins Bad:
Warum vergleichst Du uns mit Affen?
Weil der Affe ist ja ein Primat,
er greift nicht gleich zu Waffen.

Trotzdem bleibt ein Unbehagen:
Was nun sollen wir denn tun?
Ihr solltet mehr Gedichte wagen,
und auf der Wiese einfach muh’n!

Thema: Poetologische Sicht | Kommentare (0) | Autor:

Vom Poststrukturalismus aus poetologischer Sicht

Freitag, 1. April 2016 0:09

Also: Dieser Dichter und seine Reime,
so geschmeidig wie ein Laufrad!
[Danke sehr für das Geschleime!
Er zeigt gern mal, was er drauf hat!]

Sein gleißender Geist zeigt stolze Würde,
doch bricht nicht Licht Gardine?
[Nein, auch das ist keine große Hürde,
er hat dafür ’ne Dichtmaschine.]

Die Pointe kommt so scharf und munter,
die wird Transzendenz noch beamen!
[So, jetzt kommt mal wieder runter!
Daddy will sich Serie streamen…]

Ja! Das Einfachsein bedeutet Glück,
und nur Ehrlichkeit geht auf als Saat!
[Ach Leute! So was gibt’s auch am Stück,
das heißt ironisches Format!]

Ironie kann Sprachenlogik überholen,
doch der Poet kennt sämtlichst Lieder?
[Nein! Nacktes Deutschsein wurd gestohlen,
er gibt Euch nur die Sprache wieder!]

Die freie Rede wird doch hart gelenkt,
für alle Menschen, groß wie kleine!
[Nur die Wörter werden Euch geschenkt,
doch sprechen müsst Ihr schon alleine!]

Vom Selberreden kriegt man ja die Krätz,
wird’s mit Probe etwas williger?
[Na, zum Beispiel: ‚Ich mach Festnetz,
das ist billiger!‘]

Ach! Was nun sollen wir denn sagen?
Wie heißt es, ohne Geist zu hausen?
[Rebellionen müsst Ihr wagen:
Erst zuhause, dann da draußen!]

Thema: Poetologische Sicht | Kommentare (0) | Autor: