Beitrags-Archiv für die Kategory 'Artverwandte Medien'

Drehbuch als dramatisierte Gegenwartsform (3)

Montag, 9. Mai 2016 9:21

⌈ INNEN SCHLOSS  _________            IM BADEZIMMER   _________           ABEND ⌉

GUSTAV FREIHERR VON WOLKENBRUCH STEHT IM BAD SEINES KLEINEN SCHLOSSES AN DER KÜSTE VON SCHNUCKEROOG UND BEREITET SICH AUF DEN ABEND VOR, IN DEM ER SEINE KRAWATTE ÜBER DEM BLÜTENWEISSEN HEMD BINDET. ER BETRACHTET SORGENVOLL SEINE FALTEN IM SPIEGEL, ALS ALS SEINE JUGENDLICH FRISCHE GELIEBTE THERESA VOM HOHENHAUFFEN DAS BAD BETRITT.

GUSTAV

Hallo Schatz! Schön das Du wieder da bist!

THERESA

Hallo, mein Liebster! Willst Du ficken?

GUSTAV
(schluckt)

Ähm, ob … ich … was..?!

HORST (als Gustav)

Chantal, so geht das nicht: Hier im Drehbuch steht, dass Du mich liebevoll fragen sollst, ob ich die Tabletten, die mir Dr. Crozarius verschrieben hat, schon eingenommen habe!

CHANTAL (als Theresa)

Ich weiß, aber es steht auch dort, dass ich jugendlich frisch auftreten soll! Und da dachte ich, ich sage mal was, was junge Leute heute so sagen…

HORST (als Gustav)

So ein Schwachsinn! Herrgott noch mal! Jetzt müssen wir die ganze Szene noch einmal drehen!

CHANTAL (als Theresa)

Das müssen wir gar nicht neu drehen! Es … das ist doch bloß ein deutscher Spielfilm, der wird irgend wann abends nach den Nachrichten auf irgend einem Kanal versendet, wenn die Leute auf dem Sofa liegen und sowieso nicht gestört werden wollen!

HORST (als Gustav)

Und warum wollen unsere Zuschauer, bitte schön, nicht gestört werden?

CHANTAL (als Theresa)

Weil sie dabei … halt … selber ficken? Ich meine, es ist doch nur fair!
Also was nun: Willst Du jetzt oder nicht?

(aus dem OFF)

Cut! – Ok, der Take ist gut!
Wir bauen für den nächsten um…

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Drehbuch als dramatisierte Gegenwartsform (2)

Donnerstag, 21. Januar 2016 10:51

⌈ AUSSEN. ______ TIENNAMEN-PLATZ, PEKING ______ MORGENS ⌉

[FADE IN]

REPORTERIN 1
(mit Mikrofon in Kamera, chinesischer Dialekt)
… sich als Muttel Thelesa pläsentieren und ein paar hirntote Chlistenfuzzis auf’m Pallteitag übel den Tisch ziehen? (lächelnd) Kann man mal machen…

(Schnitt auf)

⌈ AUSSEN. ______ VOR DEM KAPITOL, WASHINGTON ______ MITTAGS ⌉

REPORTER 2
(mit Mikrofon in Kamera, texanischer Dialekt)
… Maybe! … Abärr aine Millien Flüchtlinge ins Land locken, make Selfies, den Freedoms Nobel Price kassieren und sich zur UNO wegloben zu lassen? Das kostet…Money, Money, Money!

(Schnitt auf)

⌈ AUSSEN. ______ BRANDENBURGER TOR, BERLIN ______ ABENDS ⌉

REPORTER 3
(mit Mikrofon in Kamera, bayrischer Dialekt)
Kruzifix! … Die Bundeskanzlerin zwingen, die Drecksarbeit gefälligst selbst zu machen? Unbezahlbar!

[FADE OUT]

(BLACK SCREEN, SPRECHER aus dem OFF)
Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen! Für alles andere gibt es Blastercharts…

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Drehbuch als dramatisierte Gegenwartsform (1)

Sonntag, 10. Januar 2016 12:19

⌈ AUSSEN.  ____               REGIERUNGSVIERTEL   ____                MORGEN ⌉

HENDRYK und GERD STEHEN AUF DEM PLATZ VOR DEM BUNDESTAG

GERD
Sag mal, wo sind eigentlich die vielen kinderlosen Kampflesben hin, die unbedingt Familienpolitik machen wollten?

HENDRYK
Die meisten moderieren wohl Talkshows! Der Rest sitzt im Kanzleramt und macht einen in Flüchtlinge.

GERD
Ach! … Ich hätte ja nie gedacht …

HENDRYK
… Na? …

GERD
… dass wir den Frauen selbst in der Homoerotik noch überlegen sind!

HENDRYK
Na, nach Freud verschwindet der Penisneid ja nicht, in dem man seine sexuelle Orientierung ändert!

GERD
Wow! Das … ist das schönste Kompliment…

HENDRYK 
(streicht ihm zärtlich eine Sträne aus der Stirn, küsst ihn liebevoll auf den Mund)

GERD
(verlegen) Nicht hier! … Wir sehen uns nachher im Krisenstab?

HENDRYK
Aber klar doch! … Wir schaffen das!

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Die Ikonisierung der Kommunikation

Samstag, 31. Januar 2015 10:12

smileys

Die menschliche Kommunikation auf elektronischen Medien führt zu einer weltweiten Regression menschlicher Ausdrucksfähigkeit; es handelt sich hierbei um dieselbe Form der Verschlüsselung, wie sie auch Primaten nutzen. 

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Ein verunglücktes Sportwiel

Montag, 25. Juni 2012 18:15

Die meisten Artikel sind einfach mies geschrieben und derart inhaltlos, dass niemand sie lesen will. Trotzdem werden im Einleitungstext idiotische Fangfragen gestellt. Wieso eigentlich?

Als der Entertainer Karl-Heinz Quatschkowski vor neun Monaten tief in der Provinz und seiner Freundin steckend unverhofft kam, ahnte er noch nicht… bla bla bla usw. usf. … Vielleicht hätte man die Probleme seiner Freundin anders lösen müssen, aber man steckt ja in der Person nicht drin. Schade eigentlich!

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Die aktuelle Medienkritik aus poetologischer Sicht

Donnerstag, 14. Juli 2011 10:08

Auf dem Boulevard bumst man jetzt Pudel!
Die Paranoiden überwachen den Ticker,
im Radio gibt’s Suizidalen-Gedudel,
beim Fernsehen arbeiten Kinderficker.

P.S. Eine künstlerische Meinungsäußerung gem. Art. 5 GG. Journalisten sollten schon aus berufsethischen Gründen nicht so tun, als gehörten sie der herrschenden Klasse an. Schon gar nicht, wenn diese nichts zu sagen hat…

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Drehbuch für ein ‚Sexual Harassment‘-Drama

Donnerstag, 19. Mai 2011 8:44

GALAXYS. ERDE. WOHNUNG. ABENDS. INNEN. / IM BADEZIMMER VOR DER DUSCHE.

(Er hockt nackt vor ihr und blondiert ihre Schamhaare, während sie stehend am Sektglas nippt und dabei Cosmopolitan liest…)

Er: Wie kannst Du dabei nur so ruhig sein?

Sie: Multitasking!

Er: Schatz, ich will ja nichts sagen, aber: Deine Brüste wippen!

Sie: Ich weiß. Und Du hast einen prachtvollen Ständer!

Er: Ich werde mich dafür nicht schämen!

Sie: Möchtest Du etwas zu dieser unbefriedigenden Situation sagen?

Er: Wir könnten einen dieser merkwürdigen Mediatoren einschalten!

Sie: Damit der was herausfindet….?

Er: Zum Beispiel: Ich möchte ein besserer Mensch werden!

Sie: Noch besser?

Er: Ja.

Sie: Wirst Du mich endlich als Frau anerkennen?

Er: Und Du mich als Mann?

Sie: Wirst Du dann meine masochistischen Neigungen befriedigen?

Er: Wie denn? Mit Gewalt?

Sie: Gewalt ist keine Lösung! Du musst es anders nennen!

Er: Muss ich gar nicht! Alkohol ist auch keine Lösung!

Sie: Du Arschloch! Kein Alkohol ist aber auch keine Lösung!

Er: Das stimmt allerdings.

Sie: Multitasking!

Er: Dann ist keine Gewalt aber auch keine…

Sie: Wirst Du mich endlich sexuell belästigen?

Er: Gern! Aber vorher muss ich eine hohe gesellschaftliche Stellung erklimmen, damit ich mir den Anwalt leisten kann, wenn Du mich verklagst.

Sie: Ich helfe Dir! Das mach‘ ich!

Er: Wirklich, Schatz?

Sie: Klar! Dann stürzt sich die Presse auf uns und wir bekommen beide die Aufmerksamkeit, die wir verdienen!

Er: Wow!

Sie: Du bist doch kein Hund!

Er: Nein.

Sie: Multitasking!

Er: Klar. Verstehe…

Sie: Abgemacht?

Er: Abgemacht!

(80 minütige Improvisation des Dialogs)

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Drehbuch für einen Liebesfilm

Samstag, 9. Oktober 2010 21:54

/AUFBLENDE/

SIE oder ER oder BEIDE
“Schatz, es mag ja sein, dass du mich so liebst, wie ich bin!
Ich bin aber gar nicht der, für den du mich hältst!
Will sagen, dass ich jemand ganz anders bin!
Wer? Das ist doch völlig egal!
Viel schlimmer ist doch, dass auch du nicht der bist, für den du dich ausgibst!
Ich muss ja wohl vor einem Phantom keine Rechenschaft ablegen…“

(90minütige Improvisation des Dialogs)

/ABSPANN/

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Der Bestsellerautor aus poetologischer Sicht

Donnerstag, 23. September 2010 21:12

Wann schreibt er denn, wann schreibt er denn,
endlich den Roman?
Das hat er schon, das hat er schon,
er kuriert grad seinen Wahn!

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Die deutsche Talkshow aus poetologischer Sicht

Mittwoch, 8. September 2010 23:00

Der Schwachkopf als Experte,
die Hysterische brennt lichterloh,
eigene Meinung hat keine Werte,
so talkt die deutsche Show.

Der Kleriker ist sehr betroffen,
die Opfer ein Jeder versteht,
und als Symbolik – welt und offen –
überreicht Muschi ihr Fotzensekret.

Der Politiker gibt sich sehr weise,
Vermittler kommen mit Angeboten,
der Moderator säuselt ganz leise
im Standgericht für Vollidioten.

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